Blog-beiträge Autorenleben

Hier sind älteren Blogbeiträge versammelt. Es erwartet Sie Spannendes, Heiteres und Bemerkenswertes aus meinem Alltag. Der ist meist weit weniger aufregend als man es vielleicht meint.

 

Warum es so ist, weiß ich zwar nicht, doch ich stolpere nicht ständig über Leichen, wie meine Kollegin Jessica Fletcher, und weder die Bayrische Polizei noch Scottland Yard bittet mich regelmäßig um Hilfe wie den Kollegen Paul Temple. Doch wenn man den Alltag nur mit der rechten Aufmerksamkeit betrachtet, ist oft selbst das Banale voller Rätsel und Wunder.

 

Ach ja …

Ältere Beiträge werden nach einer Weile wieder gelöscht … die Seite würde sonst unübersichtlich. Wenn Sie also nichts versäumen wollen, schauen Sie ruhig öfter vorbei!

 

Und nun: Viel Spaß!

Hopfenschmal-a

Blogbeitrag Autorenleben  #7

Sex im Roman

 

 

Es ist beim Schreiben hin und wieder ein Problem: Sex. Wie beschreibt man ihn? Wer Erotik oder gar Einhandliteratur schreibt, darf und muss sogar ins Saftige greifen, um die Lust, den Rausch und die Sensation des Vermischens der Säfte plastisch zu Papier zu bringen. Doch dies sind eher spezielle Genre. Bei den meisten anderen stellt sich die Frage: Wie beschreibe ich den Geschlechtsakt so, dass es geschmackvoll bleibt.

 

 

Es ist wohl immer ein Drahtseilakt. Es soll plastisch sein, aber nicht derb, es soll lustvoll sein, aber nicht dreckig und vor allem: Die Hauptakteure sollen bitte die beteiligten Figuren sein und nicht nur ihre Geschlechtsteile. Man kann sogar ins Lächerliche abdriften, wenn man es mit reifen Feigen, Pflaumen oder Liebesspeeren übertreibt. Wer gar versucht, einen „Rammbock aus geilem Fleisch in eine Erdbeermuschel zu treiben“, sollte von der Sprachpolizei wegen grobem Unfugs und schwerem Methaphernmissbrauchs ins Loch geworfen werden, um dort eine Terrine Buchstabensuppe zu einem Unterhaltungsroman zu sortieren. Auch wer versucht den Liebeskombattanten einen Dialog wörtlich abzulauschen, muss allzuoft scheitern: „Ja, ja, ja, oh Gott ich komme!“ – „Oh Gott! Oh Gott! Oh ja, gleich spritz ich ab!“ gibt wirklich nicht viel her.

 

 

Ich denke, bevor man es schlecht macht, lässt man es besser sein. Ich bewundere alle Kolleginnen und Kollegen, die dieses Kunststück zuwege bringen. Susanne Pavlovich gehört dazu. In ihrem auch ansonsten sehr gelungenen Roman „Das Spielmannslied“ zeigt sie, dass es doch gelingen kann die Ekstase originell, dezent und geschmackvoll einzufangen. Doch diese Gabe, man kann es allzuoft lesen, ist nicht jedem gegeben.

 

 

Es bleibt also stets eine Herausforderung, denn unsere Figuren haben nun mal Sex und der gehört gelegentlich zur Geschichte und kann nicht verschwiegen werden kann. Was soll man da machen? Es gibt keine Ideallösung, die man allen empfehlen kann. Ich habe nur eine Lösung für mich gefunden.

 

 

Ich frage meine Protagonisten. Ok … bisher war es bei all meinen Büchern vor allem eine Figur – Lupina. Meine toughe Halblingsdetektvin hat ein Sexualleben und es ist für die Geschichten wichtig. Ich fragte sie also, wie sehr ich bei den Beschreibungen ins Detail gehen darf. Sie meinte rundheraus, was unter der Bettdecke geschieht, sei ihre Privatsache und knallte mir, ihre Autor die Tür vor der Nase zu. Später, verschwitzt und glücklich entspannt in den Laken war ich wieder zugelassen.

 

 

Es ist also weniger meine freie Entscheidung als Autor, als die Frage, was zu meinen Figuren passt und was ihr peinlich wäre und sie sozusagen gegen den Strich bürsten würde.

 

 

Und sind wir ehrlich: Der rein körperliche Akt beim Sex ist erzählerisch nur wenig ergiebig. Was der Sex mit uns macht, ist hingegen sehr spannend. Doch das kann vor- und nachher beschrieben werden. Dazwischen liegt eher gymnastische Sportberichterstattung! Die bringt weder die Handlung weiter noch klärt sie den Leser über Wichtiges auf. Darauf kann oft verzichtet werden.

 

Blogbeitrag Autorenleben  #6

Die moderne Bücherei

 

1973 oder 1974 war es. Da lernte ich ein Wunderland kennen, das mich auch heute noch anzieht und fasziniert: Die Leihbücherei! Damals war sie noch im ersten Stock eines alten Feuerwehrhauses untergebracht. Es war eng, muffig und vollgerammelt mit Büchern. Nicht das beste Beispiel einer Bücherei, aber dennoch: Ich fand es toll – jede Menge Bücher, die man ansehen konnte! Und auch ausleihen!!! Ich war begeistert.

 

Ein paar Jahre später war diese Bücherei in neue Räumlichkeiten umgezogen, in den Keller des Rathauses. Dort war deutlich mehr Platz, Luft  und es war weniger „kruschtig“. Dort entdeckte ich dann zwei ein wunderbare Hilfsmittel: Den Katalogschrank und das Sigel, die kryptische Zeichenfolge, die den Buchstandort eines Buches in den Regalen verrät.

 

Ich ging gern dorthin. Auch wenn es da strenge Regeln gab: Man musste RUHIG sein. Es wurde bitte nur am Tisch der bebrillten Bibliothekarin gesprochen, und auch da nur im Flüsterton. Das war eigentlich kaum notwendig. Denn es wurde meines Wissens in der Bibliothek nicht gearbeitet, wenn man von den Gemeindebuchwarten absah. Keiner saß an einem Tisch und machte Notizen, die er sich in einem Stapel Bücher zusammenblätterte. Es war ein ganz grundsätzliches „Psssst!“. Begeisterte Ausrufe von kleinen Kindern an den Bilderbuchkisten wurden auf einen strengen Blick durch die Brille an der Buchrückgabe von ihren Müttern auf ein für Kinder kaum erträgliches Maß gedämpft. Essen und Trinken musste man nicht verbieten. Daran war gar nicht zu denken.

 

Noch immer bin ich gern in einer Bücherei. Doch es hat sich allerhand geändert. Vor allem die „Bitte RUHE!“-Schilder wurden ausrangiert. Und vielerorts gibt es Kaffee und sogar Gebäck – in der Bücherei! Es ist ein inzwischen etabliertes Konzept, in öffentlichen Büchereien Cafés zu integrieren. Heute machen Schüler hier Hausaufgaben, auch zusammen, und dabei kann man sich nicht nur mit fliegenden Händen verständigen. Die Leseförderung wird groß geschrieben und das bei Groß und Klein. Man kann zwischen den Regalen ab und zu übernachten und landauf-landab gibt es tolle Kooperationen mit den örtlichen Schulen. Bibliotheksführungen für Schulklassen sind ein wesentlicher Teil der Arbeit.

 

All dies läuft auf eine sachte aber wichtige Verschiebung des Fokus hinaus: Die Büchereien haben sich gewandelt, weg von still-weihevollen Hort der Bücher hin zum Treffpunkt von Lesern und Buchliebhabern. Das ist gut so. So sind steht nicht mehr das tote Holz im Mittelpunkt sondern der Mensch.

 

Auch für uns Autoren ist das sehr erfreulich. Viele Büchereien – auch sehr kleine – veranstalten Lesungen. Diese oft eher kleinen Veranstaltungen werden vielfach gut besucht. So werden Büchereien zunehmend attraktiver für die Besucher, die ja auch unsere Leser sind. Was oftmals noch ein Problem darstellt, ist die mangelnde finanzielle Ausstattung der Bibliotheken: Es gibt zu oft keinen Etat für solche Veranstaltungen. So muss aus diversen Töpfen Geld zusammengekratzt werden, um einen Autor wenigstens eine kleine Gage zu bezahlen. Da sollten die entscheidenden Gremien aufgeklärt werden und Nachbesserung tut Not. Denn eine Bücherei zu haben ist sinnlos, wenn sie keine Leser anlockt. Alles was eine Bücherei als Bücherei attraktiv macht, ist darum zu begrüßen und noch gibt es viele Innovationen, Initiativen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit, die noch unerschlossen und sogar unersonnen sind. Man hat viel erreicht und noch immer genug Luft nach oben.

 

Wir wünschen uns Bildung und eine Gesellschaft, Kultur nicht nur als die vordere Hälfte des „Kulturbeutel“ kennt. Darum brauchen wir das Lesen in der Mitte unserer Gesellschaft, immer noch, trotz Internet und 24/7-TV. Wir brauchen das Lesen und es muss Spaß machen. Büchereien können da ein ganz wichtiger Transformator sein!

 

 

Blogbeitrag Autorenleben  #4

Buchblogger

Da immer zur Zeit mal wieder der Sinn und Zweck der Buchblogs durchgehechhelt wird, habe ich mal nachgedacht über unsere Buchblogger – ihren  Nutzen und die Probleme.

Was ist die Funktion eines Buchblogs? Bücher zu rezensieren. Klar. Wer macht das sonst noch? Da gibt es die Kulturseiten. Doch die Zeitungsbranche ist seit Jahren in der Krise, muss sparen und das gelingt trefflich in der Kultur. Kleiner Publikationen fallen da praktisch immer durch, man rezensiert das, was ohnehin in aller Munde ist und kümmert sich ansonsten lieber um schneller und leichter konsumierbare Medien wie Fernsehen.

Wer hätte vor 30 Jahren in der Tageszeitung einen Review vom letzten Tatort oder der neuen Staffel der Soapopera gesucht? Niemand. Das wurde nicht rezensiert, dafür Oper, Ballett und weit mehr Literatur als die gerade mit Preisen ausgezeichnete oder die Bestseller. Die Feuilletons waren seinerzeit weit wichtiger und interessanter als zur Zeit. Da ist also eine große Lücke, die gefüllt werden sollte.


Die Leser rezensieren auch. Bei Amazon vor allem, aber auch auf anderen Portalen, wie Weltbild, Loveleybooks, Talia und so weiter. Doch der Mensch ist faul. Waren es 3 % oder 5 % der Leser, die Rezensionen hinterlassen. Vermutlich sind es sogar noch weniger.  Und noch schlimmer macht diese geringe Quote die Tatsache, dass Ärger – egal ob berechtigt oder unberechtigt – ein weit größerer Antrieb zum Rezensieren ist als Freude über ein erlebtes Lesevergnügen.

Fairerweise muss man also sagen, dass der Lesermeinungen normaler Buchkäufer das Defizit sicher nicht auffangen kann.

Können es denn die Bloggnerinnen und Blogger? Sie versuchen es immerhin. Und es gelingt ihnen je nach Blog mal besser und mal schlechter. Es gibt tolle Blogs, die gute Rezis schreiben, kritisch, logisch, fundiert und gelegentlich auch sprachlich klasse. Zu behaupten, die Masse der Blogs hätte diese Qualität, wäre gelogen. Es scheint mir, als wäre der Großteil der Blogs Einfrauprojekte, die sich bemühen, in ihrer Freizeit möglichst oft Rezis zu Bloggen. Dieser Leistungswille geht wohl oft auch zu Lasten der Sorgfalt und Qualität. Viele dieser Rezis sind eher hilfreich Leseeindrücke als treffende Analysen. Doch immerhin – das sind sie.

Ein größeres Problem ist da eher eine gewisse Zahnlosigkeit. Verrisse findet man auf Blogs wie „Bellas Bücher-Blog“, „Lisas Lese-Lupe“ oder „Saskias Bücherbeet“ kaum. Zumeist wird bereitwillig eine hohe Anzahl an Sternen, Federn oder Blümchen vergeben. Dabei unterstelle ich den Bloogerinnen und Bloggern keineswegs Kritiklosigkeit. Die Zahnlosigkeit hat in meinen Augen zwei Gründe: Zum einen in der Auswahl der Bücher. Bloggen ist Freizeitbeschäftigung. Und neben Uni, Schule, Beruf und/oder Familie und Haushalt ist die Zeit beschränkt. Da liest man – auch für den Blog – lieber Bücher, von denen man hoffen kann, dass sie auch Spaß machen. Das ist menschlich, sorgt aber für den Anschein freundlicher Harmlosigkeit, weil harte Kritik kaum geübt werden muss. Der zweite Grund für diese Zahnlosigkeit ist ebenfalls menschlich. Ein Verriss bedeutet Ärger und oft genug Unannehmlichkeiten. Immer wieder ziehen schlecht bewertete Autoren mit der groben Kelle über die Rezensenten her. Das Bloggen soll aber Spaß machen. Verdruss und Streit mit in ihrer Eitelkeit gekränkten Künstlerseelen spart man sich da lieber und schreibt, wenn man nichts Nettes zu schreiben hat lieber gar nichts.

Wie groß ist die Reichweite der Blogger? Die Szene der Leser dieser kleinen Buchblogs scheint eher klein und recht hermetisch zu sein. Doch fast alle Blogger posten ja auch bei Amazon, Lovelybooks und anderen Portalen. So erreichen sie dann doch eine beachtliche Reichweite.

 

Fazit: Blogger füllen Lücke im System. Das macht sie grundsätzlich wertvoll, auch wenn man vielen etwas mehr Professionalität wünschen würde. Wünschen kann man sich freilich alles. Da aber die Leistung der Blogger völlig freiwillig ist und nur vom Spaß am Buch befeuert wird, kann man schwerlich Forderungen stellen. Besser als nichts sind sie allemal.

Blogbeitrag Autorenleben  #3

Noch ältere Blog-beiträge

BLOG-Beitrag 1

Meine neue Website

Wieder einmal habe ich meine Website komplett neu aufsetzen müssen. Denn leider bin alles andere als ein Ass im Coden und  Programmieren. Mit einem Webbaukästen kann ich aber umgehen. Zumindest mit den einfacheren. Mehr oder weniger.

Als mein Webprovider den alten Baukasten durch einen neuen ersetzte, konnte ich plötzlich meine Website nicht mehr aktualisieren und ich musste alles neu machen.

Das ist zwar einerseits lästig, andererseits auch die Chance, es nun schöner und besser zu machen – und etwas schlanker. Die Teile der alten Website, die nicht recht funktioniert haben, habe ich nun weggelassen.

Dieser Blog hingegen ist neu dazu gekommen. Wenn Euch die Website genauso gefällt, wie mir, dann schreibt mir doch mal ein paar Zeilen.

BLOG-Beitrag 2

Ich merke es nun immer stärker. Ich sehe nicht mehr so gut.

 

Früher war alles besser, natürlich. Eine gewisse Altersfehlsichtigkeit ist ganz natürlich. Deshalb trage ich seit einigen Jahren eine Brille. Doch nun wird es zusehends schlechter. Auch mit der optischen Prothese.

 

Das ist schlecht. Ich bin als Autor allein schon von Berufs wegen sehr darauf angewiesen, zu lesen, was ich geschrieben habe. Selbst wenn ich es blind tippen könnte, zum Korrigieren und Überarbeiten muss ich sehen können. Und überhaupt … ich bin wie beinahe ein jeder Mensch ein Augenwesen. Die Umwelt nehme ich zwar mit allen Sinnen wahr, doch das Sehen ist sicher der Wichtigste.

 

Und nun? Nun stelle ich fest, dass ich zunehmend schlechter sehe. Es verändert sich rapide zum Schlechteren. Doch ich will nicht verzweifeln. Ich werde mich nicht hängen lassen. Nein!

 

Ich werde meine Brille putzen!

BLOG-Beitrag 3

Der Text schon alt, aber leider immer wieder aktuell:

 

Der fiese Fehlerteufel


Der Teufel steckt im Detail, so heißt es. Als ich klein war, stellte ich mir das „Detail“ als eine mikroskopische kleine Hölle vor, eine Art Diorama: „Dantes Inferno im Fingerhut“. Erst später erschloss sich mir die Bedeutung der Redensart.


Dieser Tage kämpfe ich mit sehr vielen Details. Mit den Details meiner Romane, um die Texte fertig fürs Lektorat zu bekommen. Vielleicht ist es Übermüdung, doch inzwischen sehe ich hinter jedem Fehler, in jeder Ungereimtheit einen kleinen Teufel. Dieser Dämon grinst mich frech an und dreht mir eine Nase. Aber ich nehme den Kampf auf.


Bisher habe ich fröhlich vor mich hinkorrigiert und alles verbessert, was mir sprachlich ungefüge und unelegant schien. Etliche Verbesserungen waren zwar noch immer nicht gut. Manches Mal hat sich sogar ein peinlicher Tippfehler zusätzlich hineingemogelt. Das alles war aber nicht schlimm. Ich konnte den Fehler in der nächsten Runde wieder ausbessern, und wenn ich immer noch Stellen fand, die mir nicht gut schienen, oft genug waren es alte Bekannte, dann formulierte ich sie halt zum dritten, sechsten oder zehnten Mal.


Doch nun nicht mehr! Diese Korrekturrunde ist ziemlich die Letzte. Jetzt sollte der Text stimmen. Ich benutze zur Sicherheit nun extra die Rechtschreibprüfung mit einem jungfräulichen Thesaurus, um sicherzugehen, dass mir kein Fehler entwischt. Den alten Thesaurus hatte ich jahrelang benutzt und erweitert, leider auch mit einigen falschen Schreibversionen. Ich traute ihm nicht mehr. Also arbeite ich mit einen frischen und schlage den Fehlerteufeln ein Schnippchen. Dieses Manöver macht das Korrigieren allerdings langsam, denn ich muss den neuen Thesaurus erst einmal mit dem Vokabular des Romans füttern. Das Programm muss lernen, dass ein Halbling ein Halbling ist und nicht die Richtungsbezeichnung: halb links. Auch ist eine Orkvisage kein Orchestergraben. Es ist mühsam. Aber der Erfolg ist da: Es sind mir einige Rechtschreibfehler aufgefallen, die beim alten Thesaurus durch gerutscht sind.


Ein paar Rechtschreibfehler produzierte ich sogar mit dem neuen Thesaurus: „Es tut mir leid.“ soll laute Rechtschreibprüfung “Es tut mir Leid.“ heißen. Das kleine „leid“, aus „tut mir leid“ kannte der Automat noch nicht. Da bin ich eine Weile der Beschränktheit des Programms oder der Findigkeit des Fehlerteufels aufgesessen. Inzwischen habe ich in einem zusätzlichen Fenster das DWDS offen, das “Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jh.“, ein recht verlässliches Werk, das die Akademie der Wissenschaften in Berlin betreibt und gratis ins Netz gestellt hat. Der Dämon grollt mir zwar, aber soll er doch!


Er tröstet sich damit, dass es Fehler gibt, die auch der beste Thesaurus nicht finden kann und auch kein Wörterbuch: die Ungereimtheiten meiner eigenen Kreation: In Garbath kennt man beispielsweise keine Kartoffeln, jedoch ein anderes Knollengemüse, das ich zuerst Pataten, später Pataffeln genannt habe. Also darf mir im Text keine Patate oder Kartoffel mehr entkommen. Der Fluss, an dem Garbath liegt, heißt Illman. Oder war es Ilman mit nur einem „l“? Hieß der Schmied ein Kapitel zuvor noch Boraso oder Baroso? Es sind so viele Kleinigkeiten, die aber alle stimmen sollen.


All dieses Ungereimtheiten und Fehler notiere ich mir nun in ein kleines Notizbüchlein, um sie nach dem Ende der orthographischen Verbesserung mit „Suche/Ersetze“ zu lösen. Das Notizbuch schwillt. Es ist beinahe zum Heulen, wenn man sieht, wo der Fehlerteufel noch immer sein Unwesen treibt, und das bei einem Werk, das man eigentlich für fertig und weitgehend richtig gehalten hat.