Autoren-BLOG

Mein Autoren-BLOG

Schreiben dauert. Es ist ein langwieriger Prozess, mit vielen Schritten,  auch  Rückschritten und allerlei Höhen und Tiefen.

Begeisterung für die eigene Geschichte, Verzweiflung, weil man der Größe des  Projektes und der riesigen Menge der noch zu erledigenden kleinen Aufgaben nicht gewachsen ist, all das gehört dazu.

Es ist vor allem auch ein recht einsamer Prozess. Solange die Geschichte nicht fertig erzählt und sprachlich aufpoliert ist, hat man ja nichts vorzuzeigen, zumindest nichts, worauf man stolz sein könnte. Man bleibt also still und allein am Schreibtisch und wird nicht gelobt.

Ich lasse Sie trotzdem ein wenig über die Schulter kucken und am Prozess des Schreibens und am Wachsen eines Romans teilhaben.

Vielleicht werden sie ja auch neugierig auf den dritten Fall von Lu.

Viel Spaß

Ihr

Alexander Bálly

11.1.2012
Neues Jahr - Neues Design

Es war wieder einmal Zeit ... Mit der Zeit ist meine Website so ge- wachsen, dass sie unübersichtlich geworden ist. Wenn selbst ich mich nun nicht mehr auf meiner eigenen Website auskenne, ist es höchste Zeit, einmal wieder Ordnung zu schaffen. Und das Design! Wenn ich die Seiten ansehe, die andere Leute so haben, war meines ein hässliches Entlein.

Jajaja ... ich wollte es ja schlicht haben. Aber das war nun doch sehr schlicht. Vor ein paar Jahren ist man mit so einem Internetauftritt noch durchgekommen. Aber nun wird es Zeit, ein vernünftiges op- tisches Konzept zu entwickeln.

Es dauerte eine Weile ... ich brütete und brütete und langsam reifte eine Idee. Es sollte sechs verschiedene Bereiche auf der Website geben, die weitgehend unabhängig sein sollten:

  • Meine Autorenwebsite mit Infos zu meiner Person und meinem Autoren-BLOG, den Sie gerade lesen.
     
  • Meine Werke. Es sind nun ja zum Glück noch einige mehr als noch vor einem Jahr. Es ist genug, um einen eignen Bereich zu rechtfertigen.
     
  • Lupinas Welt, sie hieß früher Garbath online. Die Anspielung auf AOL hat sich im Laufe der Zeit abgenutzt. Noch immer sind hier aber Hintergrundinfos und eine große Karte zu meinen Halblingskrimi zu finden.
     
  • Schreiben als Hobby beinhaltet Tipps für Hobbyautoren. Hier steht einiges von dem, was man in meinen Creative-Writng-Kursen lernen kann.
     
  • Rollenspiel hat mir sehr viel über das Storytelling gelehrt. Ich denke, es kann auch andere angehenden Schreiber weiterbringen. Darum hat auch dieses Steckenpferd eine eigene Abteilung.
     
  • Kontakt und Gästebuch sowie einige Technika brauchen schließlich auch noch ein Plätchen. Hier hat inzwischen auch ein voluminöser Disclaimer einen Platz gefunden.

Um das Navigieren zu erleichtern, hat nun jede einzelne Abteilung ein eigenes Menü. Verschiedene schlanke Menüs sind besser bedienbar als ein Großes.

Um endlich auch optisch Klarheit zu schaffen, bekam nun jede Abteilung eine eigene Leitfarbe und ganz oben eine einheitliche Borte. Die Textkästen sind nun farblich abgesetzt, dabei aber an die Leitfarbe angeglichen.

Es war ein hübsches Stück Arbeit, aber ich denke, es hat sich gelohnt.

Nun ist sie fertig. Mir gefällt sie. Ich hoffe, dass das Gute und Prakt- ische erhalten blieb. Schaut es Euch an. Und testet sie Links. Falls etwas nicht so funktioniert, wie es soll, gebt mir bitte bescheid. Natürlich bin ich stets für Lob, Tadel und Kommentare zu haben.

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25.1.2012
Ooooops, I did it again

Ich schreibe wieder und vor allem mit viel Spaß am dritten Roman rund um Lupina weiter. Es läuft zur Zeit gut. Letzte Woche habe ich eine wichtig Klippe umschifft und nun kommt schon bald die Zielgerade in Sicht.

Ich will ja nicht zu viel verraten, aber ein paar Infos zum Inhalt wird man später ohnehin dem Klappentext entnehmen können. Ich kann also - vorsichtig, ganz vorsichtig - aus dem Nähkästchen plaudern.

So, wie es aussieht, entwickle ich mich gerade zu einer Art Serienkiller. Ich habe heute Morgen den vierten Priester umgebracht. Auf sehr schlimme Art, sehr blutig. Richtig igittigitt und bäh. Und alle Opfer sind Priester. Ein Umstand, der Lu das Ermitteln nicht gerade einfacher macht.

Ich scheine mich also zum Massenmörder zu mausern. Es ist erschreckend: Ich bin dabei völlig hemmungslos. Ich verspürte keinerlei Bedenken oder Skrupel, als ich heute einer spontanen Eingebung folgte und den armen Mann entleibte. Er hatte mir nichts getan. Er war mir sogar irgendwie sympathisch. Schon im letzten Roman war er kurz aufgetaucht. Ein ehrenwerter und harmloser Mensch.

Und dann, heute Morgen bekomme ich die Idee, den könnte ich ja auch noch kalt machen. Ich dachte nicht, ob das nett ist. Ich fragte nicht nach Recht und Gesetz. Der einzige Gedanke, den ich hatte, war: „Passt das zum Plot?“ Und ja! Es passt. Kein Zögern, kein Zaudern, noch nicht einmal ein kleines Bedauern. Völlig entspannt und mit Freude tippte ich, wie ... Nein! Das „Wie“ verrate ich besser doch noch nicht. Immerhin: Es ist ein origineller Tod.

Gottlob sind meine Opfer nur Romanfiguren. Nicht auszumalen, wenn ich tatsächlich Geistliche in Serie meucheln würde. Ich freue mich zwar über jedes Mal, wenn ich es mit meinem Schaffen in die Zeitung schaffe, doch diese Pressemeldungen wären dann doch sicher nicht wünschenswert.

Im wirklichen Leben habe ich übrigens gar nicht gegen Priester. Das ist einer der markanten Unterschiede zwischen Lupina und mir. Ich habe keinerlei Vorbehalte gegen die Schwarzkittel, unabhängig ihrer Konfession. Mit einigen habe ich mich schon gut unterhalten, ein paar sind Freunde und manchen bin ich sehr zu Dank verpflichtet.

Ich kann also alle Gemeinden landauf, landab beruhigen: Ich werde weiterhin nur fiktionale Priester killen. Morde an Geistlichen aus Fleisch und Blut sind nicht geplant.auch nicht als flankierend PR-Maßnahmen. Obwohl ja mein Verleger uns Autoren ermuntert, nicht unversucht zu lassen, was die Bücher verkauft.

Ansonsten soll ich alle Leser von Lupina grüßen. Es geht ihr soweit gut und sie freut sich schon sehr auf ein Wiederlesen.

Ich muss nun Schluss machen. Lupina ruft mich ans Manuskript zurück. Ich soll dafür sorgen, dass die Leiche auch entdeckt wird. Es wird kein schöner Anblick. Doch sie wird die Leiche gar nicht finden. Aber psssst! Nicht verraten. Das weiß Lupina noch gar nicht.

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7.2.2012
Es lebe die Zombie-Routine

Es geht gut voran. Seit etwa vier Wochen sitze ich wieder an meinem Manuskript und es gedeiht kontinuierlich. Ich habe meinen Rhythmus gefunden: Morgens um halb sieben erhebt sich mein Körper als Zombie und macht meinem schulpflichti- gen Sohn sein Frühstück.An besseren Tagen macht er sogar meiner Frau und mir eine Kanne Tee. An schlechteren Tagen macht er das erst später.

Wenn ich bemerke, dass sich die Beiträge des Frühstücksfern- sehens im Halbstundentakt wiederholen, ist mein Junge meist aus dem Haus und ich bin wach genug, um ins Arbeitszimmer zu wanken. Dort wird erst das Pensum den Vortages durchkor- rigiert. Es ist erstaunlich, wie gut das klappt, auch wenn ich noch ziemlich verpennt bin, vielleicht auch gerade deshalb: Beim Korrigieren rutsche ich ruckzuck in die Stimmung des Textes. Möglicherweise, weil ich selbst noch gar keine Stimmung habe. Ich tauche sanft in den Text ein und werde in ihm wirklich wach - in Garbath, dem Schauplatz meines Romans. Vom Ende des Vortagespensums geht es flüssig weiter. Was ich in der Nacht zuvor beim Einschlafen nur in flüchtigen Strichen im Geiste skizziert habe, gewinnt auf der Tastatur Form, Farbe, Textur und Gerüche. So tippe ich froh etwa zwei bis drei Stunden. Dann widme ich mich den restlichen Aufgaben des Tages.

Wenn ich täglich schreibe, wächst auch bei kleinem Tages- pensum das Buch stetig. Ich habe schon manches ausprobiert, auch mitternächtliche Schreibflashs. Es hat auch funktioniert, doch nicht so gut, wie diese Zombie-Routine.

Sie hat aber einen Haken. Man kann sie nicht durchhalten: Ein Arzttermin, das Wochenende ... auch wenn ich mir vornehme, die Routine beizubehalten, es kommt immer etwas dazwischen. Ich versuche dennoch, die Regelmäßigkeit aufrecht zu erhalten. Also schreibe ich mit etwas Verspätung am Vormittag los. Oder am Nachmittag. Wenn ich ein Nickerchen mache, erleichtert das die „Zombiefizierung“ sehr. Dann ist das Eintauchen in den Text fast so einfach, wie am Morgen. Nur das Pensum setze ich noch weiter herunter, wenn es das Familienleben verlangt.

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15.2.2012
Richtig schenken ist schwer

Es ist schon lustig, wenn man als Autor erfährt, welche Wege Bücher manchmal nehmen ... oder auch nicht nehmen.

Neulich hatte ich Kontakt zu einer lieben Bekannten, die mir gestand, dass sie meine Krippengeschichten immer noch nicht gelesen hat, obwohl sie es fest vorgehabt hatte. Sie konnte es nicht, denn ihr Plan hat versagt.

Nun muss man noch zweierlei wissen: Zum Ersten lebt meine liebe Bekannte seit geraumer Zeit im Ausland und zum Zweiten ist ihre Beziehung zu ihrer Mutter ein wenig komplizierter als bei manchen anderen.

Ihre Beziehung ist zwar durchaus von tiefer und inniger Liebe getragen, doch in der praktischen Umsetzungen gibt es doch allerlei Reibungspunkte. Im selben Maße wie die Mama zu altmodisch, zu festgefahren und zu unflexibel ist, ist ihre Tochter zu lax, zu emanzipiert und zu flatterhaft. Zumindest in den Augen des jeweils anderen. Ihre regelmäßigen Zusammenkünfte zu hohen Festen sind - vermutlich für beide - recht strapaziös für die Nerven.

Auch mit den Geschenken ist es immer schwierig. Die letzten Buchgeschenke verfehlten den Geschmack der Mama nicht nur, anscheinend lösten sie Ratlosigkeit aus und die Bitte, die gut- gemeinten Gaben wieder mit in die Fremde zu nehmen.

Diese Reaktion voraussetzend, bestellte meine liebe Bekannte zum Geburtstag der Mama Ende November meine Krippen- geschichten für die Jubilarin. Das Büchlein war als literarischen Begleiter durch den Advent gedacht und meine liebe Freundin rechnete sich gute Chancen aus, am Ende des Besuchs zu Weihnachten das Werk wieder mit ratlosen Beteuerungen der Dankbarkeit in den Koffer gelegt zu bekommen.

Dieser Plan ging schief. Von Anfang an. Zunächst wurde das Geschenk auf Eis gelegt. Meine Bekannte hatte nämlich den bösen Fehler gemacht, das Buch aus der Ferne bei einem Internetbuchhändler zu bestellen und es von ihm liefern zu las- sen. Das war praktisch aber trotz der Geschenkverpackung in den Augen der Mama eine allzu lieb- und formlose Art, ein Geschenk zu überreichen. So harrte das Päckchen unversehrt und ungeöffnet auf die Ankunft der sorglosen Tochter zum Weihnachtsfest auf die feierliche Überreichung. In den hekt- ischen Festtagen war nun an ein gemütliches Lesen nicht zu denken. Erst als die Feiertage herum und der Besuch wieder abgereist war, fand Mama die Muße, ihr Geschenk zu in- spizieren.

Ich weiß nicht, mit welchen Erwartungen sie das Buch geöffnet hat. Ich erlaube mir vorzustellen, dass es gemischte Gefühle waren: Hoffnung auf das Lesevergnügen, dass der Titel und das leicht betuliche Thema ihr versprachen und Angst, dass es wieder solch ein merkwürdiges Werk war, wie es Ihre son- derbare Tochter im Ausland schätzen gelernt hatte.

Nun, im Februar ist Frau Mama mit der Lektüre fertig. Der Plan meiner Bekannten ging in jeder Hinsicht in die Binsen: Mama wird das Buch sicher behalten, so gut gefällt es ihr. Per Aus- landstelefonat schwärmte sie ihrer Tochter ausführlich von der beglückenden Lektüre vor. Ihr zufolge muss ich ein außerge- wöhnlich netter Mensch sein, weil ich so schön erzählen kann.

Ich gebe zu, dass mich dieses ungewöhnliche Lob gleich mehr- fach freut. Zum einen natürlich, weil es mir schmeichelt. Zum Zweiten - ebenso natürlich - weil das Buch der Mama gefällt. Zum Dritten aber, weil meine liebe Bekannte endlich ein Ge- schenk überreichte, dass Mama von Herzen erfreute. Zum Vierten, weil die Tochter nun das Buch auch für sich selbst an- schaffen muss. Und zuletzt, weil es eine nette Geschichte über die manchmal schwierige Kunst des Schenkens ist.

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